neue Klänge auf Scheiben 2/07 Drucken E-Mail

Wenn eine volksmusikalische CD heutzutage eine Kapelle zeigt, die dem Klichee der Ländlerkapelle schon im Foto nicht entspricht, eine aussergewöhnliche Besetzung aufweist und im Untertitel auch noch «Eifach anders...» schreibt, dann erwartet man eine Art Musik, die kein «entweder oder» zulässt.

Damit meinen wir, dass jene Musik dem ursprünglichen Sinn der Tanz-und Unterhaltungsmusik nicht mehr entsprechen kann - man kann sie meist nur noch konzentriert hören: «Entweder» erfreut zuhören «oder» auch dazu tanzen oder etwas anderes machen, entspricht dem Zweck genau.
Die Obwaldner Huismusig überrascht in dieser Hinsicht total. Was da abgeht, wenn ihre Scheibe in unserem CD-Player dreht, ist Musik vom Feinsten und pure Lebensfreude! Wie konnte das passieren? Drei Musiker und eine Musikerin haben sich zusammengefunden, die ihr Handwerk verstehen und eben nicht nur hervorragende Instrumentalisten sind, sondern auch Musikantenblut haben. Die Kombination von Blasinstrumenten, dem Örgeli und der Geige bringt einen heimeligen Klangkörper, der flexibel genug ist, auch Folklore aus anderen Ländern passend zu interpretieren. Für einmal finden wir das Didgeridoo am richtigen Platz bei Res Gwerders Riemenstalder Chilbi, für einmal erachten wir den 7/8-Takt auch von einer Schweizer Kapelle gespielt als lustvoll, für einmal bekommen wir das Gefühl, dass Schweizer Volksmusik sich nahtlos an jene der Bayern, Tiroler, Schweden sowie jene aus der heutigen Zeit an jene aus früheren Jahrzehnten reiht. Keiner der 16 Titel ist eine Wiederholung eines schon gehörten. Abwechslung trotz Klangidentität durch das ganze Programm ist garantiert!

Und der Schlusssatz? Danke Larjssa Bohner (Violine), Erwin Läubli (Tuba), Norbert Kiser (Trompeten, Büchel, Didgeridoo, Triangel) und Peter Berchtold (Örgeli, Basstrompete) für eure Musik, die Inspiration, die Unterhaltung und die Freude!